Revan von Drew Karpyshyn - Review
Zwei Jahre nach ihrem Sieg über Darth Malak sind Revan und Bastila Shan glücklich verheiratet und leben auf Coruscant. Der Orden der Jedi akzeptiert ihre Ehe als "Ausnahme", weil sie die Galaxis gerettet haben und auch wenn es immernoch Wesen gibt die Revan kritisch gegenüber stehen, sehen ihn die meisten als großen Helden und Befreier.
Es sollte also alles perfekt sein, wären da nicht Revans Visionen. Jede Nacht träumt er von einer sturmumtosten Welt und es scheint ihm so als wolle die Macht ihn auf etwas aufmerksam machen. Seine Erinnerungen aus seiner Zeit als Sith-Lord sind immernoch nicht zurückgekehrt und Revan beschleicht das Gefühl das sie etwas mit seinen Visionen zu tun haben.
Als Revan dann davon erfährt das die Mandalorianer auf der Suche nach der Maske des Mandalore sind, welche er während des Krieges versteckt hat um ein erneutes Erstarken des kriegerischen Volkes zu verhindern, beschließt er das es an der Zeit ist Coruscant zu verlassen und herauszufinden was er über sich selbst vergessen hat...
Dieses Buch setzt zwei Jahre nach KotoR 1 an und dient als Verbindungsstück zu TOR, welches einige hunderte Jahre später spielt.
Ich bereite mich gerade darauf vor ein Star Wars Pen & Paper zu leiten und wollte unter anderem deshalb mein Wissen über die alte Republik auffrischen. Da es im Kanon kaum Quellen zu dieser Zeitperiode gibt, griff ich also in die "Legends"-Kiste.
Drew Karpyshyn hat einen sehr fesselnden Schreibstiel und liefert uns einen spannenden Einblick in Revans Philosophien und Psyche. Das ist mit das beste an dem Buch, doch leider wird Revan in seiner eigenen Geschichte oft an die Seitenlinie gestellt.
Stattdessen dreht sich die Geschichte hauptsächlich um den jungen Darth Scourge, weshalb ich auch der Meinung bin das "Wrath of the Emperor" der passendere Title für dieses Buch gewesen wäre. Scourge ist die zentrale Figur der Handlung, das Buch beginnt sogar mit ihm und alle entscheidenden Szenen werden aus seiner Sicht geschildert. Wenn man das Buch lesen will um mehr über Revan zu erfahren, kann diese narrative Entscheidung doch sehr nervig sein.
Ich mag Scourge und ich finde die Darstellung des Sith-Imperiums auf Dromund Kaas spannend, aber ich wollte ein Buch über Revan und nicht über Darth Scourge mit Revan als Nebencharakter. Auch hält sich das Buch mit wirklich bedeutungsvollen Geschehnissen, für eine lange Zeit sehr zurück, und lässt die Handlung etwas vor sich hindümpeln. Erst ab einem kleinen Zeitsprung nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Der Abschluss der Handlung ist sehr gelungen und das Verhalten der Charaktere überaus gut begründet, aber dennoch fühlt man sich danach so als wäre man auf einen Marketing-Trick reingefallen.
Das Buch liefert gute Unterhaltung, der Titel ist aber schlecht gewählt und man sollte sich bewusst sein das Revan nicht die Hauptfigur ist, bevor man das Buch liest. Ansonsten kann ich es jedem Fan der alten Republik empfehlen.
Wie fandet ihr "Revan"? Ihr könnt diesen Thread wie immer für eure eigenen Meinungen und Reviews nutzen.